Fakten

Das Haus Schönhauser Allee 69

  • liegt im sozialen Erhaltungsgebiet Helmholtzplatz
  • wurde mit der Nr. 68 als Gebäude-Ensemble (mit je einem Vorderhaus und einem Seitenflügel und einer Remise) in der Gründerzeit u.a. als Viehhof errichtet. Erstbezug 1877
  • war bis 2016 unter der Verwaltung von KWV, WiP und Treuhand AG
  • Zu Ost-Zeiten entstand im Seitenflügel das erste Atelier-Haus.

Die Mieterstruktur

bis 2017 waren alle 20 Einheiten an Langzeitmieter (Mietdauer von 9 bis über 40 Jahren) vergeben; großteils als Wohnungen, im Seitenflügel auch als Ateliers und im Vorderhaus EG an 2 Geschäfte; die Mieter*innen sind / waren Kreative, Künstler, Musiker, Familien und Geringverdiener.
Der Entmietungsprozess läuft, fast ein Drittel steht derzeit schon leer. Der geschichtsträchtige Taschenladen im Vorderhaus wurde durch einen Handy-Laden ersetzt.

Zeitlicher Ablauf:

Modernisierung – Die geplanten Bauvorhaben:

Umfassende Wärmedämmungsmaßnahmen, Einbau neuer bodentiefer Fenster und Türen im gesamten Haus, Strangsanierung von Strom und Wasser, Austausch der Heizungsanlage, teils Einbau zusätzlicher WCs, Dachgeschoss Ausbau, Anbau von Fahrstühlen und Balkonen, Ausbau der Keller zu -Gewerbeeinheiten, Neubau eines Townhouses (5 Stockwerke) im Hof, Umbau des Hofes …

Die geplanten Bauvorhaben stellen in vielen Punkten keine Wohnwertverbesserung dar, erfüllen aber den derzeitigen Eigentumswohnungs-Schick. Laut ModAnkündigung werden die Wohnungen in der Bauzeit ca. 3 Monate nicht bewohnbar sein. Alle Mietparteien haben den sozialen Härtefall geltend gemacht und der Modernisierung nicht zugestimmt.

Zahlen der Modernisierungsankündigung:

Die Höhe der berechneten Posten scheint oft überdimensioniert, viele Maßnahmen stellen
Instandhaltungsmaßnahmen dar, deren Kosten nicht auf die Mieter*innen umgelegt werden dürfen. Diese sind von den Modernisierungskosten abzuziehen. Laut ModAnkündigung sollen auf die Miete utopische Summen umgelegtwerden.

Beispiel für eine 73,92 m² Wohnung:
Die jetzige Miete von 5,48€ pro m² nettokalt soll auf 19,29€ pro m² nettokalt nach Modernisierung steigen, das sind + 250% zusätzlich zur Miete.

Modernisierungszuschlag-Forderungen (n. ModAnkündigung) einiger Hausbewohner:
Mieter*in 1: + 1019,68€
Mieter*in 2: + 866,20€
Mieter*in 3: + 826,30€
Mieter*in 4: + 945,00€
Mieter*in 5: + 1045,00€
Mieter*in 6: + 635,69€
Zum Vergleich der Berliner Mietspiegel: 5,48€ < 6,67€ > 8,72€

Die „Schönhauser Allee 69 Berlin GmbH“

  • hat ihre Geschäftsadresse derzeit in der Bleibtreustr. 32 Berlin,
    sie ist eine von vielen GmbHs unter dieser Adresse.
  • zeigt ähnliche Strukturen, Prinzipien, Vorgehensweisen und beteiligte Personen wie in den Häusern Buchholzer Strasse 5, Bergstrasse 24, Brunnenstrasse 47, Krausnickstrasse 7…
    und vielen weiteren Immobilien Berlins, ausserhalb Berlins, Deutschlands, …
  • Geschäftsführer Rom Zalel und Itai Amir sind GFs von unzähligen weiteren GmbHs
  • Eigentümer zu 50% ist Itai Amir, da Gesellschafter der „Brune Investments UG“
  • Eigentümer zu 50% ist die „Aberavon Limited“ Nikosia Zypern, sie wird vertreten durch KKLaw Secretaries, Zypern. Die namentliche Nennung der Gesellschafter ist somit unmöglich.
  • In der Byzantiou 30, Flat 31, Nikosia Zypern befindet sich ein Briefkasten der Firma „Aberavon Limited“, gemeinsam mit vielen anderern Firmen unter exakt gleicher Adresse; ein Briefkasten von vielen.

Mit unserem Haus lassen sich gute Renditengeschäfte erwirtschaften, so wie mit vielen anderen Häusern. Wir sind Teil eines riesigen Netzwerks. Die KKLaw Secretaries vertreten die Grand City Properties / Aroundtown.

WIR wollen

  • darüber informieren, wie Verdrängung mit System aktiv betrieben wird und welche Unglaublichkeiten Mieter*innen unter der derzeitigen Gesetzeslage aushalten müssen.
  • Bewusstsein schaffen für die Verantwortungslosigkeit eines unübersichtlichen Netzwerks (eines von vielen !), wie Renditengeschäfte und Profitmaximierung die Lebensgrundlage der Bewohner zum Spekulationsobjekt machen.
  • nicht hinnehmen Spielball zu sein von Immobilienkonzernen, Anwälten, Managern, Finanzdienstleistern, Vermögensberatern, Banken, Bezirkspolitik, Bundespolitik, Weltwirtschaftspolitik, Berlin, München, Frankfurt, Dortmund, London, Zypern, Luxemburg

Wir sind das Beispiel dafür, dass Gesetze fehlen, die Mieter*innen von Wohnraum und Gewerbe vor Spekulation schützen !

Ziele der Mietergemeinschaft Schönhauser Allee 69

  • Wir wollen hier wohnen bleiben, wollen unsere Kunst-Räume zurück. Zu realistischen Preisen.
  • Ausverkauf der Stadt stoppen, Leerstand beseitigen.
  • Gegen die Monokultur des Kapitals, für eine vielseitige Gesellschaft, einen lebendigen Kiez, seine Anwohner und Versorger, für sozial Schwache und alternative Lebensmodelle.
  • Mehr aktiven Mieterschutz, das Grundrecht Wohnen besser schützen !

Milieuschutz durchsetzen ! Mieter schützen ! Verdrängung verhindern !

Die Mieter*innen des Hauses Schönhauser Allee 69 haben viele Fragen an die Politik, die Welt, die Gerechtigkeit, die Vernunft & die Menschlichkeit! Diese Fragen betreffen nicht nur unser Haus und unsere Mietergemeinschaft – es werden täglich mehr Mieterinnen die vor eine ähnliche Situation gestellt werden. Wir nehmen unsere soziale Verantwortung an und kämpfen für eine lebendige und lebenswerte Stadt für Alle !

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Die Mieter & Mieterinner der Schönhauser Allee 69
Stand Jan 2020

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