Die Schönhauser Allee 69 in Berlin

Es war einmal ein Haus in Berlin/Prenzlauer Berg in dem sich Wohnungs-und Ateliermieter*innen Jahre lang wohl fühlten. Eines Tages wurde das Haus verkauft…

Die Geschichte der Schönhauser Allee 69 in Berlin. Vorderhaus und Atelierhaus im Hinterhof.

In den vergangenen Jahren hat sich die Wohnungslage in Berlin drastisch verschärft. Seit 2016 ist auch unser Haus in der Schönhauser Allee 69 (Vorderhaus und Seitenflügel im Hinterhof) betroffen. Es wurde an Investoren verkauft, die unmittelbar eine „Schönhauser Allee 69 Berlin GmbH“ gegründet haben, die sich als Eigentümer präsentiert. Wer das als Person ist, ist nicht zu ergründen. Geschäftsführer der Investoren sind Itai Amir Rom Zalel (bei der Wirtschaftsinfo North Data in vielen Immobiliennetzwerken weltweit zu finden). Die neuen Eigentümer wechselten die Hausverwaltung (von der Treuhand zu WHV Betreuuungs & Verwaltungs GmbH) und kündigten als erstes 2017 die Mietverträge sämtlicher Ateliers im Hinterhaus (die schon zu Ostzeiten von Künstler*innen genutzt wurden). Fünf Wohnungen im ehemaligen „Atelierhaus im Hinterhof“ stehen nun seit über zwei Jahren leer. Als Weihnachtsgeschenk 2017 bekamen dann alle restlichen Mieter*innen für ihre Wohnungen eine Modernisierungsankündigung, (über die Anwaltskanzlei Groß/Berlin) die Angst und Schrecken verbreitete. Die angekündigten Baumaßnahmen beinhalten wirklich alles, was man nur modernisieren kann – und sie wurden vom Amt für Stadtenwicklung/ FB Stadterneuerung (BA Pankow) genehmigt, obwohl das Haus im Milieuschutzgebiet Helmholzplatz liegt!

Geplant sind unter Anderem absurde Dinge wie ein Balkon an einem Badezimmer, Umbau von zum Teil bereits modernisierten Wohnungen ohne ersichtlichen Grund, französische große Fenster und gleichzeitig Wärmedämmung, neue Balkone, Erneuerungen sämtlicher schon vorhandener Dinge (Briefkästen, Sprechanlage, Türen…), ein neues Townhaus im Hinterhof, Umbau des Hinterhofs, Dachgeschossausbau, Aufzüge…

Angekündigt dafür sind Mieterhöhungen von bis zu 1.200,- € auf die bisherigen Mieten. Die Mietsteigerungen würden bis zu 300% und mehr betragen! Quadratmeterpreise bis zu 19,50 € sind veranschlagt. Die neuen Eigentümer planen unser Haus in ein rentables Wohn- und Geschäftshaus zu verwandeln. Die alteingesessenen Mieter*innen – also wir – kommen in dieser Planung nicht vor.

Der Zeitpunkt der Ankündigung lag nicht zufällig gerade noch drei Tage vor dem Jahreswechsel, denn am 01.01.2019 trat das vom Bundestag beschlossene Mietrechtsanpassungsgesetz (MietAnpG) in Kraft, das im Wesentlichen eine Verringerung der Modernisierungsumlage von 11% auf 8% enthält und erstmals eine Kappungsgrenze beim Quadratmeterpreis festsetzt. Laut Mieterverein und Tagesspiegel (09.01.2019) gab es in Berlin eine ganze Welle von Modernisierungsankündigungen vor diesem Stichtag. Wir sind also kein Einzelfall. Und werden trotz „Milieuschutz“ bedroht von klassischer Verdrängung durch unzumutbare Mieterhöhungen.

Seit der Modernisierungsankündigung ist viel passiert: Sprunghaft angestiegene Nebenkosten, Rechnungen für Wartungsarbeiten für garnicht vorhandenen Gasthermen, aufgebrochene Kellerräume, Bauarbeiter auf einer Mieter*innentoilette über Monate, Illegal abgerissene Öfen, Baubeginn ohne Genehmigung, unangekündigter Kahlschlag unseres gesammten grünen Hinterhofes (12 Bäume einfach ab), verbahle Drohung gegenüber einer Mieterin um Mitternacht vor der Haustür, Baustopp…

Am 1.11.2019 bekamen wir die Mittleilung das Vorder-und Hinterhaus in Eigentum umgewandelt wird. Trotzdem das im Mileuschutzgebiet, laut Rechtslage, nicht möglich ist.
Die erste Modernisierung-Duldungsklage erreichte Mieter der Schönhauser Allee 69 dann am 10.1.2020. Die Mieter sollen nach der Modernisierung 17,50 € pro qm für ihre Wohnung bezahlen – für Umbauten die sie weder brauchen noch wollen. Als Kläger treten zwei Geschäftsführer der Schönhauser Allee 69 Berlin GmbH auf: Itai Amir und Rom Zalel. Prozessbevollmächtigt ist die Berliner Rechtsanwaltskanzlei Groß – ein Tross von Anwälten/Anwältinnen der in Berlin für seine Vertretungen von Investoren gegen Mieter*innen bereits einschlägig bekannt ist.

Solidarisiert Euch mit uns und kämpft mit uns für bezahlbare Wohnungen und Ateliers/Arbeitsräume in Berlin! Gegen Umwandlung in Eigentumswohnungen in Milieuschutzgebieten. Damit die Awohner*innen und die Kulturschaffenden Berlins ihre Orte nicht verlssen müssen.

Ihr erreicht uns per Mail: schoenhauser69@gmx.de

Facebook und Insagram : Schönhauser Alle 69 , Twitter: @schoenhauser_69

Unsere Aktionen gegen Verdrängung findet ihr unter dem Motto „Katze zeigt Kante“

Das Neuste über unsere Modernisierung findet ihr immer auf dieser Webseite unter „Aktuelles“